Parvovirose des Hundes

Definition:
Die Parvovirose (auch Hundepanleukopenie genannt) ist eine hoch infektiöse Viruserkrankung bei Hunden. Ausgelöst wird sie durch das sogenannte ‘Canine Parvovirus’ (von lateinisch ‘canus’; der Hund) und zählt bis heute zu den gefährlichsten viralen Hundeerkrankungen.
Das Virus ist sehr robust und kann auch außerhalb des Hundekörpers in geeignetem Milieu lange Zeitspannen von bis zu mehreren Monaten überstehen.
Häufig zeigt sich Parvovirose in Form von Darmwandentzündungen – infizierte Zellen der Darmwände sterben ab, wodurch dann unter anderem Bakterien in die Blutbahn gelangen und zu Blutvergiftungen führen können. In selteneren Fällen zeigt sich Parvovirose durch Herzmuskelentzündungen.

Ursache:
Das Parvovirus wird durch Mund- oder Nasenschleimhäute aufgenommen – beispielsweise bei Kontakt mit virenbelastetem Hundekot, mit kontaminierten Wasser- und Futternäpfen oder ähnlichem. Auch Menschen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, können dieses unter anderem über Kleidung oder Schuhe übertragen.

Vorkommen:
Aufgrund ihres schwach ausgeprägten Immunsystems sind vor allem Welpen und ältere Hunde von schweren Krankheitsverläufen betroffen; auch die vergleichsweise seltenen Herzmuskelentzündungen treten vor allem bei Welpen mit einem Lebensalter von circa drei bis vier Monaten auf.
Eng verwandt ist das Virus mit der Form des Parvovirus, das die sogenannte Katzenseuche oder Panleukopenie verursacht; derzeit geht man davon aus, dass Katzen durch Kontakt mit dem Caninen Parvovirus an Katzenseuche erkranken können.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von bis zu 10 Tagen können Symptome der Parvovirose eine ausgeprägte Mattigkeit und Appetitlosigkeit sein; auch kann es zu starkem Fieber oder Untertemperatur kommen. Es folgt oft starkes Erbrechen verbunden mit hochgradigem Durchfall – der Hund verliert rasch an Wasser und Gewicht, ist teilweise aber nicht mehr in der Lage, aus eigenen Kräften zu trinken.

Diagnose:
Eine Verdachtsdiagnose aufgrund von oben genannten Symptomen kann durch eine Kotuntersuchung untermauert werden.

Therapie / Prophylaxe:
Als wirksamste Gegenmaßnahme gilt regelmäßiges Impfen; verschiedene Hunderassen können darauf allerdings unterschiedlich stark ansprechen. Sinnvoll ist es auch, das Kontaktverhalten eines Hundes im Blick zu haben.
Eine akute tierärztliche Behandlung zielt vor allem auf eine Stabilisierung des Wasserhaushaltes; desweiteren werden dem Hund benötigte Mineralien zugeführt.
Da das Virus unbehandelt tödlich verlaufen kann, ist ein rascher und frühzeitiger Handlungsbeginn von großer Wichtigkeit.

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Kreuzbandriss beim Hund

Wie erkennt man den Kreuzbandriss bei einem Hund? Schont der Hund nach einer Belastung die Hinterläufe oder läuft er nur noch auf drei Beinen, dann ist von einem Kreuzbandriss auszugehen. Werden diese Ursachen nicht beachtet, dann kann es zu schweren Folgeschäden wie zum Beispiel einer Arthrose oder die andauernde Lahmheit kommen.
Das Kreuzband beim Hund ist genau wie beim Menschen eine Sehne im Kniegelenk. Sie wird bei der Beinstreckung genutzt. Eine zusätzliche Belastung erfolgt, wenn der Kniewinkel zu steil und dadurch der Schienbeinkopf nach hinten geneigt ist. Das Kreuzband beim Hund wird aber niemals auf einmal reißen, sondern immer Faser für Faser. Dies geschieht zum Beispiel, wenn der Hund zu schnell Treppen steigt oder beim Sprinten. Reißt das Band, wird das Knie instabil und es kann zu einer Entzündung kommen, die für den Hund sehr schmerzhaft ist. Folge ist dann die Arthrose, die durch das körpereigene Immunsystem des Hundes angekurbelt wird. Knorpel und Knochensubstanz im Knie werden angegriffen und zerstört.

Oftmals tritt ein Kreuzbandriss bei einem Hund im Alter von 5-6 Jahren ein. Bei den ersten Anzeichen, wenn der Hund stark humpelt oder ein Hinterbein nachzieht, sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden. Stellt dieser die Diagnose Kreuzbandriss, die auch das „Schubladenphänomen“ genannt wird, dann folgt zur Absicherung des Befundes eine Tomographie und ein Röntgenbild. Leider kann das Kreuzband beim Hund nicht repariert werden. Es gibt aber über 300 Möglichkeiten dieses zu behandeln. Ältere Hunde wird man nur symptomatisch mit Schmerzmitteln behandeln. Bei jungen und aktiven Hunden ist eine Operation unumgänglich.

Verschiedene OP Methoden

Bei kleineren und leichten Hunden wird man das Kreuzband durch ein künstliches Band ersetzen. Der Vorteil ist, dass der Hund schnell wieder belastbar ist. Allerdings gibt es hier auch den Nachteil, dass das Band nicht ewig hält und bei Belastung schnell wieder nachgibt. Es muss nachoperiert werden.

Eine TPLO-Operation (Tibia Plateau Leveling Osteotomy) wurde von dem Arzt Dr. Slocum entwickelt. Bei diesem Verfahren wird die Biomechanik im Knie verändert, das Kreuzband wird überflüssig. Dazu wird mit einem kleinen Schnitt das gelenk geöffnet. Der Arzt untersucht erst den Knorpel des Meniskus. Ist dieser verletzt, wird er zuerst behandelt. Dann wird mit einer Säge ein halbmondförmiger Schnitt durch den Schienbeinkopf (Tibia) gemacht. Das ausgeschnittene Stück wird so gedreht, dass ein 90-Grad-Winkel zum Oberschenkelknochen entsteht. Jetzt wird alles mit einer Schraube und Platte fixiert. Da der Winkel im Knie jetzt verändert ist, wirken die Kräfte im Knie anders. Das Kreuzband wird unnötig. Wenige Tage nach der OP kann der Hund das Bein belasten. Allerdings muss er bis 8 Wochen mit Rennen, Springen und Spielen warten. Danach folgt die Muskelaufbauphase, welche 4-8 Wochen dauert. Der Hund muss sich an die veränderte Beweglichkeit im Knie gewöhnen. Platte und Schraube bleiben im Hundekörper erhalten. Vorteil bei dieser OP ist, dass der Hund nach 12-16 Wochen voll belastbar ist. Der Nachteil ist, dass die OP kompliziert und sehr teuer ist. Man muss mit etwa 1200-1500 Euro rechnen zuzüglich der Nachsorgekosten. Bei dieser Methode besteht auch die Gefahr einer Infektion im Knochenbereich. Daher muss der Hund nach der OP unbedingt mit Antibiotika behandelt werden und darf 3 Wochen die Wunde nicht lecken.

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Cushing-Syndrom beim Hund

Das Cushing-Syndrom – auch Hyperadrenokortizismus genannt – beschreibt die Folgen eines zu hohen körpereigenen Spiegels des Hormons Kortisol. Dieser erhöhte Spiegel kann verschiedene Ursachen haben: So ist in circa 90 Prozent der Erkrankungen am Cushing-Syndrom bei Hunden die für die Hormonbildung verantwortliche Hypophyse (Hirnanhangdrüse) beeinträchtigt; man spricht dann auch vom hypophysären Cushing-Syndrom. Basis für die hypophysäre Fehlregulation sind in vielen Fällen gutartige Tumore der Hirnanhangdrüse.
Eine weitere mögliche Ursache des erhöhten Kortisolspiegels ist eine Dysregulation der Nebennierenrinde – meist auch hier bedingt durch gutartige Tumore.

Symptome:
Das Cushing-Syndrom führt häufig zu Muskelabbau und gleichzeitigem Fettaufbau. Neben der Entwicklung einer Diabetes-mellitus-Erkrankung können Hunde Atemprobleme oder vermehrtes Hecheln zeigen; auch kann es zu Osteoporose und damit zu gehäuften Knochenbrüchen oder Bänderrissen kommen.
Weitere Symptome können eine Verlangsamung des Fellwuchses oder das Verlieren von Haaren sein; das Fell tönt sich heller und die Haut des Hundes ist dünn und faltig.

Diagnose:
Zunächst wird das Erscheinungsbild des Hundes zu einer Verdachtsdiagnose eines Veterinärs führen; typisch ist ein symmetrischer Haarverlust, von dem Kopf und Beine in der Regel nicht betroffen sind. Abgesichert werden kann die Diagnose dann durch Untersuchungen von Blut oder Urin und möglicherweise durch Röntgen- oder CT-Aufnahmen.

Therapie:
Basiert das Cushing-Syndrom auf der selteneren Fehlfunktion der Nebennierenrinden durch Tumore, ist die Methode der Wahl eine operative Entfernung dieser Umfangsvermehrungen.
Tumore der Hypophyse können wegen der hypophysären Lage an der Schädelbasis schlecht chirurgisch erreicht werden; hier wird oft durch Medikamentengabe therapiert, um kortisolproduzierende Nebennierenrindenzellen zu zerstören – fehlerhafte Impulse der Hypophyse können so nicht mehr zu übermäßiger Kortisolproduktion führen. Ein jüngeres Medikament hemmt ein Enzym, das für die Kortisolproduktion benötigt wird – diese Methode zeigt weniger Nebenwirkungen.
Solche medikamentösen Behandlungen müssen in der Regel dauerhaft stattfinden, denn der hypophysäre Tumor besteht weiterhin. Weil das Cushing-Syndrom Auswirkungen auf alle körpereigenen Zellen hat, wird nach Diagnose zu einem raschen Behandlungsbeginn geraten.

Cushing-Syndrom bei Katzen und Pferden:
Das Cushing-Syndrom betrifft vor allem Hunde; auch bei Katzen kann es auftreten – das ist aber sehr selten der Fall.
Bei Pferden spricht man vom Equinen Cushing-Syndrom; eine Überfunktion der Nebennierenrinde wird hier vor allem ausgelöst durch Tumore der Adenohypophyse.

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Die Endokardiose beim Hund

Definition

Die Endokardiose ist die beim Hund wohl am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung. Auch gebräuchliche Bezeichnungen sind: „chronische Klappenfibrose“, „chronische Herzklappenerkrankung“ sowie „myxomatöse Degeneration der Atriovetrikularklappen“. Aus diesen anderen Krankheitsbezeichnungen geht hervor, dass es sich um eine Erkrankung an den Vorhofklappen des Herzens handelt. Es handelt sich um eine nicht angeborene Erkrankung, das heißt, sie tritt vor allem im mittleren und höheren Lebensalter der Tiere durch Degeneration auf.

Vorkommen

Vor allem Kleinrassen und mittelgroße Hunderassen sind stark von der Endokardiose betroffen. Etwa jedes dritte Tier einer Kleinrasse hat ab dem 10. Lebensjahr eine Schädigung an einer der Vorhofklappen. Besonders die Cavalier King Charles Spaniels sind für diese Erkrankung prädisponiert. Bei dieser Rasse tritt die Endokardiose sogar oft schon ab dem 4. Lebensjahr auf. Außer bei Hunden tritt diese Erkrankung auch häufig bei Pferden auf, allerdings so gut wie nie bei Katzen.

Ursache

Einen genauen Auslöser der Endokardiose hat man bislang noch nicht gefunden. Die früher im Verdacht gestandenen Entzündungen der Herzklappen im Vorfeld sind seit längerer Zeit widerlegt – heute geht man viel eher von einem genetisch determiniertem Geschehen aus. Die Endokardiose ist jedenfalls eine degenerative Veränderung an einer Herzklappe, meist einer der Atrioventrikularklappen – hier in etwa 60% der Fälle allein die Mitralklappe.

Symptome und Diagnose

Häufig fallen dem Besitzer im Anfangsstadium keine Beschwerden des Hundes auf. So wird die Endokardiose des Öfteren bei Routineuntersuchungen durch das Abhören mit dem Stethoskop entdeckt. Hierbei fallen die veränderten Herzgeräusche deutlich auf. In weiteren Stadien der Erkrankung können trockener Husten, eine schnelle Atmung, ggf. Atemnot, Leistungsschwäche oder in seltenen Fällen auch Ohnmachtsanfälle auftreten. Den Schweregrad der Erkrankung kann der Tierarzt erst über einen Herzultraschall mit Doppleruntersuchung feststellen.

Therapie / Prophylaxe

Leider gibt es für die Endokardiose keine Heilungschance. Im Vordergrund steht deshalb die Symptombekämpfung und die Erhaltung einer möglichst guten Lebensqualität. Da viele Hunde jedoch in relativ hohem Lebensalter an Endokardiose erkranken und der Verlauf dieser manchmal recht langsam fortschreitet, lassen sich die Symptome oft mit Medikamenten in Grenzen halten. Erst, wenn sich zum Beispiel Wasser in der Lunge bildet, leiden die Hunde wirklich sehr. Dies ist zumeist das Endstadium der Endokardiose – und gerade hier muss man helfen, um dem Hund eine möglichst angenehme Restzeit zu schenken. Dies geschieht vorwiegend über die Gabe von Medikamenten.

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Bandscheibenvorfall beim Hund

Nicht nur der Mensch kann einen Bandscheibenvorfall erleiden. Nein dies trifft auch bei Hunden zu. Genau wie für den Menschen ist es für den Hund genauso schmerzhaft.
Mit Bandscheibenvorfall ist auch hier die Erkrankung der Wirbelsäule zu verstehen. Teile der Bandscheibe treten in den Rückenmarkskanal oder in den Spinalnervenkanal.

Wie entsteht die Krankheit und wie entwickelt sie sich?

Die Bandscheiben sind die Puffer zwischen den Wirbeln. Sie sind ein Ring aus Bindegewebe und Gallertkern. Ihre Aufgabe besteht darin, Stöße abzufedern und die Wirbelsäule beweglich zu halten. Kommt es nun zu einem Bandscheibenvorfall, dann drückt der Gallertkern oder der Bindegewebsring direkt auf das Rückenmark. Solch ein Bandscheibenvorfall kann sich plötzlich und ohne Vorankündigung ereignen. Es entsteht eine Schwellung, die wie eine kleine Beule aussieht. Dieser Druck geht auf das Rückenmark und es kommt zu den Schmerzen. Kommt es dabei zu Verletzungen des Rückenmarks, dann können unter Umständen wichtige Körperfunktionen gestört sein. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Totallähmung. Bandscheibenvorfälle werden in fünf Grade eingeteilt.

Fünf Grade

Beim ersten Grad reagiert der Hund empfindlich, wenn man seine Wirbelsäule berührt. Manchmal ist der Rücken auch schmerzhaft aufgekrümmt. Die Muskulatur ist verspannt und der Hund bewegt sich nur noch widerwillig.
Schon beim zweiten Grad fällt dem genauen Beobachter ein unsicherer Stand des Hundes auf. Seine ganzen Bewegungen wirken steif und ungelenkig. Hierbei kann der Hund aber noch gehen.
Kommt es dann zum dritten Grad, gesellt sich eine deutliche Muskelschwäche dazu. Der Hund braucht sehr lange, um von ungewöhnlichen Positionen wieder in die normale Körperhaltung zu kommen. Hunde laufen dann oft direkt an der Wand lang, um sich aufrecht zu halten.
Ab dem vierten Grad ist der Hund gelähmt. Betroffen ist hier die Muskulatur hinter dem Vorfall. Dies sind in der Regel die Hinterbeine. Manchmal können hier auch die Funktionen der Blase und des Schließmuskels gestört sein. Der Hund hat keine Kontrolle mehr über den Harn und den Kot.
Beim letzten Grad verliert der Hund vollständig die Wahrnehmung der Schmerzen. Er kann sich gar nicht mehr bewegen.

Wie sehen die Heilungschancen aus?

Ist der Hund am fünften Grad erkrankt, dann sieht es mit der Heilung sehr schlecht aus. Selbst wenn man den Hund sofort operiert, bleibt er meist gelähmt und ist auf 100 % Hilfe durch sein Herrchen angewiesen. Hier wird das Tier oft eingeschläfert. Vorfälle des ersten und zweiten Grades können ohne OP in den Griff bekommen werden. Dazu muss der Hund mindestens 2 Wochen eine strenge Käfigruhe einhalten. Danach darf das Tier weder springen noch Treppensteigen. Für die Zukunft des Hundes heißt es, nur kurze Spaziergänge an der Leine und eine Physiotherapie. Leidet der Hund am dritten oder vierten Grad, dann muss er zwingend operiert werden.

Welche Hunde sind gefährdet?

Dackel tragen hier das größte Risiko. Man kennt den Begriff „Dackellähme“. Aber auch andere Rassen können erkranken. Insbesondere Hunde, die eine gewollte Entwicklungsstörung des Skeletts durch Züchtung haben, zum Beispiel Pekinesen.

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Herzschrittmacher beim Hund als Therapie für AV-Blöcke und dem „Sick-Sinus-Syndrom“

Auch Hunde können, ebenso wie alle anderen Säugetiere, unter Herzproblemen und -krankheiten leiden. Anzeichen dafür, dass das Herz nicht optimal arbeitet, sind oftmals plötzliche Ohnmachtsanfälle. Eine zu hohe oder niedrige Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen können zu einem rapiden Leistungsabfall führen. Der Hund ermüdet bereits nach kurzen Bewegungsphasen, taumelt aufgrund von Schwindelanfällen oder hat ein erhöhtes Schlafbedürfnis.
Wenn das Herz zu langsam oder auch unregelmäßig schlägt, entsteht in Momenten einer körperlichen Belastung eine Sauerstoffunterversorgung, so dass sich die genannten Symptome einstellen. Mit dem Alter des Tieres hat das grundsätzlich erst einmal nichts zu tun. Diese speziellen Herzrhythmusstörungen, die medizinisch als Bradykardie bezeichnet werden, resultieren meistens aus einem AV-Block oder dem Sick-Sinus-Syndrom. Auch junge Hunde können von der Erkrankung betroffen sein.

Sobald der Hundebesitzer irgendwelche Auffälligkeiten der beschriebenen Art bei seinem Hund registriert, sollte der erste Gang sofort zum Tierarzt führen. Die sicherste Diagnosemöglichkeit besteht darin, ein Elektrokardiogramm (EKG) zu erstellen. Die für die Bradyarrhythmie typische Verlangsamung der Herzfrequenz führt im schlimmsten Fall bis zum Sinusstillstand (med.: Sinus Arrest). Der AV-Block kann in unterschiedlichen Graden auftreten, wobei Grad 2 normalerweise nur zu einer Therapie führt, wenn klinische Symptome auftreten. Im EKG stellt sich der AV-Block des 2. Grades in drei verschiedenen Typen dar, dem sogenannten Mobitz-1-Typ und dem Mobitz-2-Typ. Der dritte, als High Grade bezeichnete Typ, macht eine Unterscheidung der beiden Mobitz-Typen unmöglich. Der High Grade Typ erfordert sehr oft die Implantation eines Herzschrittmachers. Wenn ein AV-Block 3. Grades diagnostiziert wird, ist die Implantation eines Schrittmachers sogar unumgänglich.

Das Sick-Sinus-Syndrom kennzeichnet sich durch Rhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Der Sinusknoten unterliegt hier einer Funktionsstörung. Eine Kontraktion der beiden Herzkammern ist somit nicht mehr gegeben. Das Herz beginnt unregelmäßig zu schlagen, und es folgt ein Sinus Arrest, der mehrere Sekunden andauert. Ein Ersatzrhythmus setzt zwar ein, allerdings so verzögert, dass es zum Kreislaufkollaps beziehungsweise zu einer Bewusstlosigkeit (med.: Synkope) kommen kann. Der Kreislauf wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, was letztendlich die Aufgabe des Herzens ist. Dieser, aus vier Herzkammern bestehende Hohlmuskel, übernimmt die Blutversorgung des Körpers. Nur durch eine einwandfreie Funktion ist eine ausreichende Sauer- und Nährstoffzufuhr von Organen und Geweben gewährleistet. Funktionsstörungen machen sich gerade bei körperlichen Belastungen umgehend bemerkbar. Die beschriebenen Unregelmäßigkeiten spiegeln sich eindeutig in einem EKG wieder, wobei, gerade im Falle eines Sick-Sinus-Syndroms, oftmals ein 24-Stunden-EKG erforderlich ist, da die Rhythmusstörungen nicht immer in einem Kurzzeit-EKG sofort sichtbar sind.

Der Arzt wird letztendlich zur Implantation eines Herzschrittmachers raten, wenn er bei einem Hund ein Sick-Sinus-Syndrom oder auch einen AV-Block 3. Grades diagnostiziert hat. Hundebesitzer, die sich für den Eingriff entschieden, merkten Berichten zufolge alle eine positive Veränderung. Selbstverständlich blieben nach dem Eingriff die Ohnmachtsanfälle aus. Die Hunde zeigten aber auch spürbar mehr Lebens- und Bewegungsfreude und wirkten plötzlich wieder richtig jung.

Doch wie geht die Implantation eines Herzschrittmachers beim Hund nun vonstatten? Der Eingriff selbst dauert in der Regel unter einer Stunde. Der Tierarzt setzt den Hund unter Vollnarkose. Oftmals wird vor der Narkose ein temporärer Schrittmacher eingesetzt. Dieser soll die Herzfrequenz gleichmäßig halten und verhindern, dass die Narkose zum Herzstillstand führt. Beim Abfall der Herzfrequenz bewirkt ein temporärer Schrittmacher, durch die Aussendung elektrischer Signale, dass das Herz gleichmäßig weiter schlägt.
Unter Narkose nimmt der Tierarzt dann einen kleinen Hautschnitt vor. Die Freilegung der rechten Jugularvene ermöglicht die Einführung der Elektrode. Bis die Elektrode des permanenten Schrittmachers am Herzen angekommen ist wird sie behutsam durch die Vene geschoben. Der Arzt überwacht diesen Prozess am Röntgenschirm. So ist die exakte Positionierung gewährleistet. Bevor die Elektrode mit dem Herzschrittmacher verbunden wird, erfolgt ein Funktionstest. Die Implantation des Herzschrittmachers findet in einer, im Anschluss an das Schulterblatt des Hundes befindlichen, sogenannten Tasche statt. Abschließend wird die Schnittstelle vernäht. Tiere regenerieren sich nach solchen Eingriffen zumeist erstaunlich schnell. Gerade die Implantation eines Herzschrittmachers ist bei Hunden kein sehr großer und komplizierter Eingriff. Die Tierkliniken befürworten zumeist eine Übernachtung, damit der Hund in den ersten Stunden nach der Implantation unter ärztlicher Kontrolle ist. Oftmals kann das Tier aber auch am selben Tag nach Hause. Die Entscheidung sollte der Hundebesitzer dem Arzt überlassen.

Die Technik der Herzschrittmacher wurde in den letzten Jahren ständig verbessert. Die modernen Geräte ermöglichen bereits eine individuelle Anpassung an spezielle Funktionsstörungen. Herzschrittmacher und Elektrode sind miteinander verbunden und wirken als systematische Einheit zusammen. Die heutigen Herzschrittmacher sind bereits so konzipiert, dass sie nur dann aktiv werden, wenn der eigene Herzrhythmus aussetzt oder unregelmäßig abläuft. Das setzt voraus, dass das System in der Lage ist, eigene Aktivitäten des Herzens zu erkennen. Bei fehlender Eigenaktivität sendet der Schrittmacher elektrische Impulse, die ein Zusammenziehen des Herzmuskels bewirken. Verbunden ist der Schrittmacher mit dem Herzen über die Elektrode, einem hauchdünnen, elektrisch isolierten Draht. Verankert ist die Elektrode im rechten Herzvorhof, und gibt hier die elektrischen Impulse an das Herz ab. Diese feine Drahtelektrode stellt auch die Herzaktivität fest und steuert die Weitergabe dieser Information an den Schrittmacher. Viele Herzschrittmacher sind heute sogar schon in der Lage, Veränderungen im Organismus zu erkennen, und ihre Frequenz entsprechend anzupassen. Ein spezieller Sensor macht solche Frequenzanpassungen möglich. Er reagiert auf physikalische Veränderungen im Körper.

Die Kosten für die Implantation eines Herzschrittmachers sind in einigen Tierkliniken geringer, als es der Tierbesitzer vielleicht befürchtet. Das begründet sich daraus, dass die Schrittmacher, deren Wert ungefähr 10.000 Euro beträgt, oftmals gespendet werden. In diesen Fällen kann ein Tierarzt den Eingriff bereits für knapp 1.500 Euro durchführen. In dieser Summe sind bereits die vorbereitenden Untersuchungen, wie das Röntgen, das EKG und Ultraschallaufnahmen vom Herzen, inbegriffen.

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Die Totalendoprothese des Hüftgelenks beim Hund

Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei einem Hund können Hüftgelenksoperationen anstehen. Genau wie beim Mensch handelt sich hier oftmals um eine Totalendoprothese. Solch eine Operation wird natürlich unter Vollnarkose und unter allerhöchst sterilen Bedingungen vorgenommen. Der Tierarzt wird einen Schnitt vom Knie bis zur Hüfte vornehmen, um das Operationsfeld freizulegen. Nachdem der Tierarzt den Schnitt gesetzt hat, wird der Trochanter Major (ein Knochenvorsprung) abgesetzt, damit ein freier Zugang zum Gelenk besteht. Nach der OP wird der abgetrennten  Trochanter mit einer Schraube wieder fixiert. Dadurch hat er die Möglichkeit wieder anzuwachsen. Die Schraube selbst bleibt ein Leben lang im Hund. Eine Entfernung ist grundsätzlich ausgeschlossen.

Die OP verläuft folgendermaßen. Zuerst wird die künstliche Pfanne in das Becken, welches zuvor mit einem speziellen Formfräser präpariert wurde, eingesetzt. Damit der Prothesenschaft befestigt werden kann, muss zunächst der Femurkopf (Oberschenkelkopf) abgesägt und der Oberschenkelknochen ausgehöhlt werden. Die Prothese selbst hat einen sehr langen Schaft. Daher ist hier auch absolute Präzisionsarbeit erwünscht, denn nach der OP muss die Prothese perfekt sitzen, das heißt auch der Winkel muss stimmen. Am Ende des Prothesenschaftes wird ein Loch in den Oberschenkelknochen gebohrt. Hier wird der Prothesenschaft dann mit Knochenzement fixiert. Durch diese Fixierung ist sichergestellt, dass zwischen Prothesenschaft und Oberschenkelinnerem eine perfekte Füllung entsteht. Die Klebefläche wird dadurch maximal. Diese Bohrung hat noch einen weiteren Vorteil. Eventuelle Luftblasen und überschüssiger Knochenzement können durch dieses Bohrloch austreten. Dadurch wird die Stabilität der Prothese auf lange Zeit sichergestellt. Der Zement ist nach etwa 10 Minuten vollständig ausgehärtet. Beim Aushärten wird dieser sehr warm. Danach können die Prothesenteile zusammengefügt werden. Die Kugel der Oberschenkelprothese wird in die Kunststoffpfanne des Hundebeckens eingerastet. Das nennt man auch Schnapphüfte. Jetzt wird die Gelenkkapsel mit sich selbstauflösenden Fäden vernäht, und wenn der Trochanter Major angeschraubt ist, kann die Wunde vernäht werden.

Die Erfolgsquote bei solch einer großen OP liegt bei 96 %. Nach der OP ist die Totalendoprothese zu 100% belastbar, das heißt, der Hund darf nach der OP alles machen, was er will. Zu den Patienten, die eine Totalendoprothese der Hüfte bekommen gehören auch Hunde der Schutzhundeprüfung Stufe 3 und Jagdhunde. 96 % aller Tiere können nach der OP wieder jagen, springen und durch schwieriges Gelände laufen. Das Gelenk hält im Schnitt etwa 30 Jahre, da bei einem Hund deutlich weniger Belastung auf dem Gelenk liegt, als beim Menschen. Bei einem Hund liegen 40 % des Körpergewichtes auf den hinteren und 60 % auf den vorderen Gelenken. Die OP dauert in der Regel genauso lange wie bei einem Menschen, das heißt, wenn die OP morgens stattfindet, kann der Hund am späten Nachmittag die Tierklinik wieder verlassen. Bei einer Totalendoprothese des Hüftgelenkes ist mit Kosten um die 1400,00 € zu rechnen. Risiken sind bei solch einer OP nicht zu erwarten. Zwar kam es in der Vergangenheit zu wenigen Komplikationen, die aber nicht die Regel sind. Bei einem Hund kam es auf Grund einer Hauterkrankung zu einer Wundinfektion. Hier musste der Hund eingeschläfert werden. Weiterhin sind 8 Implantatslockerungen zu vermelden, die aber in einer zweiten OP wieder hergestellt werden konnten. Keiner dieser 8 Hunde musste eingeschläfert werden. 5 Hüften sind luxiert, aber alle wurden neu fixiert und die Hunde waren danach wieder voll belastbar. Ein Hund lahmte nach der OP leider immer noch. Er musste schließlich eingeschläfert werden. Und bei einem Hund kam es nach 4 Monaten durch einen Unfall zu einer Fraktur. Auch diese Hüfte wurde ein zweites Mal operiert. Die gesamte Studie bezieht sich auf rund 200 Hunde. Es handelt sich hier auch um Langzeitstudien, sodass man auch berichten kann, dass Hunde dabei sind, die mittlerweile seit 9 Jahren ein künstliches Hüftgelenk haben.
Nach der OP sollte der Sitz der Endoprothese per Röntgenuntersuchung auf den richtigen Sitz geprüft werden. Die Hunde bekommen während der ersten 5 Tage nach der OP ein Antibiotikum. Nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen. Der Arzt ist allerdings der Meinung, dass die Hunde danach mindestens 4-6 Wochen an der Leine zu führen sind. Beim Treppensteigen sollte etwas Vorsicht geübt werden.

Heute kann man schon sagen, dass sich im Gegensatz zu der Humanmedizin kaum Änderungen im Ablauf der OP ergeben. Die Einzementierung überdauert das Hundeleben von 10-15 Jahre auf jeden Fall. Die zementfreie Implantation ist zum einen zu teuer und auch bei Hunden nicht angeraten. Von alternativen Methoden wird abgeraten. Man tendiert eher dazu, frühzeitig ein neues Hüftgelenk zu implantieren, um Sekundärschäden zu verhindern.

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Impfschema Katze – Non-Core-Vakzinen

Wie beim Hund handelt es sich bei den Non-Core-Vakzinen um Impfstoffe, die nicht für alle Katzen gleich wichtig sind. Das bedeutet, dass sie nur in bestimmten Fällen nötig sind, aber dann genauso wichtig sind wie die Core-Vakzinen.

Tollwut

Nötig bei Freiläufer
Es besteht das Risiko ein Fibrsosarkom auszulösen, deshalb Impfung ins rechts Hinterbein
Grundimmunisierung: 12. Woche
Auffrischung: jährlich

FeLV – Felines Leukämie Virus

Nötig bei Freiläufer
Nicht wenn positiver FeLV-Antigentest oder die Katze Älter als 8 Jahre ist
Es besteht das Risiko ein Fibrsosarkom auszulösen, deshalb Impfung ins linke Hinterbein
Grundimmunisierung: nicht zusammen mit anderen Grundimmunisierungen > 16. und 20. Woche
Auffrischung: jährlich

FIP – Feline Infektiöse Peritonitis

Nötig bei wenn Aufenthalt in Tierpension geplant
Nicht bei Antikörper-positiven Katzen, bei FIP oder Coronaviren im Bestand oder in Zuchtbetrieben
Grundimmunisierung: Nicht vor 16. Woche > 16 + 20. Woche
Auffrischung: jährlich

Chlamydien

Nötig in Problembestände
Grundimmuniserung: zusammen mit Core Vakzinen
Auffrischung: jährlich

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Impfschema Katze – Core-Vakzine

Die Impfung der Core-Vakzinen sind bei der Katze nicht weniger wichtig als beim Hund. Diese Core-Vakzinen sind bei der Katze gegen das Herpesvirus, gegen das Calicivirus und gegen Panleukopenie. Das Impfschema bei der Katze hängt wesentlich vom Zeitpunkt der Erstvorstellung beim Tierarzt ab, welche im Optimalfall in der 6. Lebenswoche erfolgen sollte.

Grundimmunisierung

Erstvorstellung 1. Impfung 2. Impfung 3. Impfung 4. Impfung 5. Impfung
6. Woche Sofort nach 3 Wochen nach 3 Wochen nach 6. Monate nach 1. Jahr
8. Woche Sofort nach 3 Wochen nach 3 Wochen nach 6. Monate nach 1. Jahr
3-12. Monat Sofort nach 3 Wochen nach 6. Monate nach 1. Jahr
> 12 Monate Sofort nach 3 Wochen nach 1. Jahr

Auffrischung: alle 3 Jahre



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Impfschema Hund – Non-Core-Vakzine

Bei den Non-Core-Vakzinen handelt es sich um Impfstoffe, die nicht für alle Hunde gleich wichtig sind. Das bedeutet, dass sie nur in bestimmten Fällen nötig sind, aber dann genauso wichtig sind wie die Core-Vakzinen.

Parainfluenza

Nötig bei viel Kontakt mit anderen Hunden: Welpenspielstunden, Tierpension, Ausstellungen…

Grundimmunisierung: 8. Woche, 12. Woche, 6. Monat und mit 1 Jahr
Auffrischung: alle 3 Jahre

Bordetella bronchiseptica

Nötig bei viel Kontakt mit anderen Hunden: Welpenspielstunden, Tierpension, Ausstellungen…

Kurz wirksames intranasales Vakzin: Gabe 3 Wochen vor Bedarf

Herpes canis

Nötig bei Problemen im Zuchtbestand
Impfung der trächtigen Hündin 3-4 Wochen vor der Geburt

Impfungen die nicht empfohlen werden oder nicht zugelassen sind

Borreliose
Babesiose
Tetanus
FSME

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